Lied für 2 Töne (hoch + tief)

Einmal mit hohem Ton anfangen, einmal mit tiefem
Hoch führt zu „ruht“, Tief führt zu „weht“.

Ruhe / Wind – Stille

Alles dreht sich
alles dreht sich
alles windet sich um sich.

Alles windet, windet,
dreht sich,
Jahrmilliarden um sich selbst

Alles dreht sich,
windet, dreht sich,
alles windet sich um sich.

Alles dreht sich, windet,
dreht sich,
Jahrbillionen um sich selbst.

Alles faßt sich,
alles faßt sich
faßt zusammen sich
und ruht / und weht.

Elle, 29.03.1994

Wellen

Das Hören ist so alt wie Meeresrauschen
es windet sich wie Wellen um den Laut,
versinkt mit ihm in dunkle Ohrentiefen
und weckt Erinnerungen auf.

Ist‘s eine Spur, die einmal Welle war,
auf der wir gleiten zu des Sinnes Tiefe,
mir ist, als ob ich drunten etwas finde,
was lang gerufen und nun endlich ich erhört‘?

Bin ich ein kleiner Mond, an den die Wellen brausen?
So wie der große Vollmond im August,
der, selbst nur Stein und Wüstenstaub im Winde,
Zur sonne sagt: „Nun, deute mir das Lied!“

Sie spricht: „Nun, was ist Staub,
er kann so tot nicht sein,
er ist wie ausgeflockte Sonnentänze,
kristallen dichtes Wellenknäuel dann.
Und die Verschlingung war wie Funkensprühen
und schmolz sich einen Körper dann.

Wenn ich dich anschein‘, leuchtest du mir auf
und funkst Entsprechung ganz zu meinen Strahlen.
Es ist erwiesen, dass wir uns versteh‘n.
Und wenn du dann von Mal zu Malen
die eig‘nen Bahnen ziehen musst allein
in dunkler Nacht ganz ohne Sonnenstrahlen,
so schaltet sich dein Strahlenkörper ein.

Hörst du das Lied vom Wellenrauschen,
ist‘s nicht wie eine Spur im Wind,
du gleitest in des Dunkels Tiefen
und findest Sonnenwellen drin!“

Das Sehen ist so alt wie Sonnenflimmern,
es windet sich wie Wellen um den Sand,
versinkt in dunklen Tiefen seines Sinnes
und weckt dann die Erinnerung.

Elle, 31.8.1993