Meeresgrüße

Das Hören ist so alt wie Meeresrauschen,
es windet sich wie Wellen um den Laut,
versinkt in dunkle Tiefen seines Sinnes
und weckt dann die Entsprechung auf.

Es ist doch, dass da etwas ist,
ist‘s nicht, als ob sich etwas findet,
ganz hingegeben (an die Meereswellen); wie ein Kind.
Was kann es von sich selbst entdecken
das Meer, die Wellen und der Wind?

Kann es die Freudenwellen kosten
und auch der tiefen Schwermut Sog,
der Schmerzen Brecherwellen Hölle
und auch des Gischtes Funkelnd Flug?

Ist es der Mensch, der aus den Welten ,
der Geistesreiche Ozean,
nun schöpfen soll mit Wellenohren,
was lauschend nun ein Wesen kann?

Er singt des Meeres Wellenlieder
in seinem Wolkenkuckucksheim,
und plötzlich ist‘s, dass hin u. wieder
ein Wellenglitzern ihm erschein‘.

Er spürt von ferne Windeswellen,
der Hitze Flimmern in der Luft,
er riecht der Blüten Düftewellen
und ihr Verfliegen in der Luft.

Er hört der Vogelschwärme Rauschen,
des Donners Hall von nah und fern,
und endlich hört er Meeresstimme:
„Ich grüß die Meinen halt so gern!“

Elle Ilgen
31.08.1993 / 30.04.2013