Ödenturm
Über Geislingen an der Steige, am Rande der Schwäbischen Alb, oberhalb der Alten Geislinger Steige, liegt der Ödenturm auf einem Bergsporn. Der Name Ödenturm enthält das Wort öde (einsam). Der Turm steht auf einer künstlich angelegt Fläche (ca. 60 Meter lang und 15 Meter breit).
Um ca. 1420 wurde der Ödenturm nach einer Begehung durch die Festungsbaumeister von Straßburg, Nürnberg und Ulm zum Schutz der tiefer liegenden Burg Helfenstein von der Reichsstadt Ulm erbaut. Die Grundmauern des Turmsockels sind 2,5 Meter dick, die Höhe bis zur Turmspitze beträgt 33,4 Meter (115 Ulmer Schuh).
Der ursprüngliche Eingang lag 9 Meter über dem Boden und war nur durch eine Leiter zugänglich. Das heutige Eingangstor wurde nach der Schleifung des Helfensteins im Jahre 1552 hineingebrochen. Von da ab diente der Ödenturm als Wachturm für die Stadt Geislingen. 1558 wurde auf dem Turm eine Glocke angebracht, die bei Feuersbrünsten in der Umgebung geläutet wurde. Außerdem wurden bei Brandgefahr Warnschüsse aus einem Geschütz abgefeuert.
Im Jahr 1802 wurde der Ödenturm von der Stadt Ulm an Bayern abgetreten, er sollte abgebrochen werden. Auf dringendes Bitten der Geislinger Bürgerschaft verfügte jedoch die bayrische Regierung, dass der Turm, als Wahrzeichen der ganzen Gegend, vor dem Abbruch verschont blieb. Acht Jahre später wurde der Ödenturm dann württembergischer Staatsbesitz. Am 16. Juni 1823 ging der Turm durch einen Tausch in das Eigentum der Stadt Geislingen über.
Im Verlauf der Jahrhunderte brannte der Ödenturm durch Blitzschlag fünfmal aus. Im Sommer 1669 wurde ein Türmer vom Blitz getötet. Der letzte große Brand war am 18. Januar 1921, danach wurden Turmhelm, Treppe und die Turmstube in der jetzigen Form instandgesetzt.
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Datum: 28.10.2009
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